Naturschutz beginnt auch beim Parken und Fahren
Falschparken kann Rettungsdienste, Busse, Müllabfuhr, landwirtschaftliche Arbeiten und den örtlichen Verkehr behindern. Ein breiter Straßenrand ist nicht automatisch ein Parkplatz, und Ausweichstellen dienen ausschließlich dem Begegnen von Fahrzeugen. Beachten Sie Schilder, Parkgebühren und örtliche Hinweise – auch wenn eine Karte oder ein Beitrag in sozialen Medien einen beliebten Fotostopp zeigt.
Betreten Sie zum Fotografieren nicht die Fahrbahn und lassen Sie keine Autotüren oder Stative in den Verkehrsraum ragen. Fahren Sie gleichmäßig, halten Sie Abstand zu Radfahrenden und lassen Sie schnellere Fahrzeuge an sicheren Stellen vorbei. Nebenstraßen führen häufig durch Wohn- und Landwirtschaftsgebiete; fahren Sie dort langsamer und vermeiden Sie Lärm.
Wenn der Parkplatz voll ist, wählen Sie Ihren Plan B. Sich selbst einen Stellplatz im Gelände zu schaffen, ist keine gute Alternative.
Auf dem Weg bleiben – auch bei Nässe
Wer Schlammstellen umgeht, verbreitert den Weg und schädigt die Vegetation. Tragen Sie zum Untergrund passende Schuhe, gehen Sie möglichst in der Mitte vorhandener Wege, sofern das sicher ist, und wählen Sie bei zu empfindlichem Boden eine andere Tour. Bauen Sie keine Steinmännchen, versetzen Sie keine Steine und legen Sie keine neuen Abkürzungen an.
Halten Sie Abstand zu Vögeln, Weidetieren und anderen Wildtieren. Beachten Sie für Hunde die geltende Leinenpflicht und örtliche Regeln. Bedrängen Sie für ein Foto weder Tiere noch Anwohner oder andere Besucher mit Drohnen oder aufdringlichen Nahaufnahmen.
In Schutzgebieten können zusätzliche Regeln gelten. Lesen Sie Schilder und Informationen der zuständigen Verwaltung, bevor Sie zelten, Feuer machen oder eine Drohne fliegen lassen.

Camping und Jedermannsrecht: örtliche Kapazitäten beachten
Das Jedermannsrecht bietet wichtige Freiheiten, verpflichtet aber auch zur Rücksichtnahme. Beachten Sie vorgeschriebene Abstände zu bewohnten Häusern und Hütten, landwirtschaftlich genutzte Flächen, örtliche Verbote und Begrenzungen der Aufenthaltsdauer. In stark besuchten Gebieten sollten eingerichtete Campingplätze Ihre erste Wahl sein: Sie bieten Toiletten, Abfallentsorgung und weniger Konflikte.
Ein Wohnmobil oder Van ist ein Fahrzeug, kein Zelt. Parkregeln und Schilder gelten auch dann, wenn Sie nur einige Stunden schlafen möchten. Entsorgen Sie Grauwasser und Toilettenabfälle ausschließlich an zugelassenen Entsorgungsstellen und stellen Sie Möbel oder Kochgeräte nicht dort auf, wo sie den Durchgang behindern.
Prüfen Sie vor der Reise eine aktuelle Campingkarte und die örtlichen Regeln. Regelungen vor Ort können sich schneller ändern als allgemeine Reiseartikel.
Toiletten nutzen und allen Abfall mitnehmen
Planen Sie Toilettenstopps genauso wie Tank- und Essenspausen. Nutzen Sie vorhandene Toiletten und lassen Sie kein Papier, keine Feuchttücher und keine Hygieneartikel in der Natur zurück. Feuchttücher zersetzen sich nur langsam und gehören in den Abfall.
An abgelegenen Haltepunkten gibt es nicht unbedingt einen Mülleimer. Nehmen Sie einen verschließbaren Beutel im Rucksack oder Auto mit und bringen Sie Ihren Abfall zu einer geeigneten Entsorgungsstelle. Auch Essensreste sind Abfall: Sie können Tieren schaden und ihr Verhalten verändern.
Stellen Sie volle Beutel oder Behälter nicht neben einen Mülleimer. Auch wenn er voll ist, bleiben Sie für Ihren Abfall verantwortlich.
Feuer- und Drohnenregeln jedes Mal prüfen
Beachten Sie das allgemeine Feuerverbot und örtliche Einschätzungen der Brandgefahr. Wind kann selbst eine kleine Flamme schwer kontrollierbar machen. Nutzen Sie ausgewiesene Feuerstellen, sofern Feuer erlaubt sind, und löschen Sie sie vollständig. Einweggrills können auf empfindlichem Untergrund dauerhafte Spuren hinterlassen.
Bei Drohnenflügen müssen Sie Luftfahrtregeln, Luftraumzonen, Datenschutz, Schutzgebietsregeln und örtliche Belange beachten. Ein spektakuläres Foto ist nicht wichtiger als die Ruhe und Sicherheit von Menschen, Vögeln oder Rettungshubschraubern. Prüfen Sie vor jedem Flug die offiziellen Drohnenkarten und Regeln.
Andere Drohnen in der Luft bedeuten nicht, dass das Fliegen erlaubt ist. Jeder Betreiber ist für seinen eigenen Flug verantwortlich.

Die Menschen vor Ort unterstützen, ohne überall Zugang zu erwarten
Nutzen Sie örtliche Geschäfte, Gastronomie, Unterkünfte, Museen und Guides. Bezahlen Sie Parkplätze und Einrichtungen, wenn Gebühren verlangt werden: Damit werden die Angebote finanziert, die Ihren Besuch ermöglichen. Wenn Sie vor Ort mehr beitragen möchten, bleiben Sie mehrere Nächte an einem Ort, statt nur kurz für ein Foto zu halten.
Stege, Gärten, Kais und Häuser können privat sein, auch wenn sie wie Sehenswürdigkeiten wirken. Fragen Sie nach, bevor Sie ein Grundstück betreten, aus nächster Nähe fotografieren oder es als Kulisse nutzen. Vermeiden Sie abends und frühmorgens Lärm.
Empfehlen Sie verantwortungsvolle Entscheidungen und gute örtliche Anbieter, nicht nur „geheime“ Orte. Wer empfindliche Orte ohne Zusammenhang teilt, kann viele Besucher in Gebiete ohne Parkplätze, Toiletten oder belastbare Natur lenken.
